Hintergrund

Extrakorporale Blutwäscheverfahren werden seit ca. 15 Jahren als therapeutisches Verfahren bei Sepsis-Patienten angewendet. Die Rationale basiert auf der Ansicht, dass eine lang andauernde und exzessive Entzündungsreaktion, die mit kontinuierlicher Freisetzung inflammatorischer Mediatoren einhergeht, zu einem multiplen Organversagen mit tödlichem Ausgang führen kann. Zytotoxische Effekte mit Substratverlust in mehreren Organen [1] und „Immunparalyse“ [2] mit resultierender Anfälligkeit zu interkurrenten und nosokomialen Infektionen beschreiben die wichtigsten pathologischen Konsequenzen einer erhöhten Freisetzung von Entzündungsmediatoren. Daraus entstand das Konzept, dass die Eliminierung von Entzündungsmediatoren, bakteriellen Toxinen und Gewebeabbauproteinen aus der systemischen Zirkulation eine Wiederherstellung der Immunreaktivität und den Allgemeinzustand der Patienten vorteilhaft beeinflussen wird. Mehrere Wirkungsmechanismen sollen an der Effizienz dieser therapeutischen Maßnahme beteiligt sein [3-5].

Mehrere Ansätze zur extrakorporalen Blutreinigung (Hämofiltration, Hämoadsorption, Plasmapherese etc.) wurden erfolgreich klinisch getestet [6]. Obwohl ihre Effizienz und Verträglichkeit anhand der Erfassung physiologischer Parameter und Surrogat-Marker in den meisten Studien nachgewiesen werden konnte, sind die Fragen nach dem geeigneten Zeitpunkt, der Dauer und der Häufigkeit ihres Einsatzes weitgehend ungeklärt. Ferner sollen Studien mit größeren Teilnehmerzahlen die Effizienz durch die Erfassung klinisch relevanter Endpunkte (Mortalität, Organversagen) bewerten.
Die klinisch etablierten Verfahren unterscheiden sich in mehreren Aspekten: das Spektrum der erfassten pathogenen Moleküle (z.B. Zytokine und/oder Endotoxine), die Verluste und die Notwendigkeit einer Supplementierung physiologischer Blutkomponenten (niedrigmolekulare Substanzen, Albumin, Antibiotika), der technische und Personal-Aufwand ihrer Anwendung und die Produktkosten.
Das zugelassene Produkt CytoSorb (CytoSorbents, USA) enthält als Sorbent ein bioverträgliches Ko-Polymer aus Polystyren und Divinylbenzol. Die Substanz eliminiert schnell und zuverlässig inflammatorische Zytokine und Stoffwechselprodukte, kann jedoch Endotoxine nicht abfangen. Seine effiziente und sichere Anwendung bei Patienten mit septischem Schock wurde in einer multizentrischen randomisierten klinischen Studie (NCT 00359130) unter Beweis gestellt [7]. Weitere derartige Studien sind in dieser Indikation jedoch erforderlich. Eine weitere anlaufende Studie (NCT 01879176) adressiert die Anwendung des Absorbers bei elektiven kardiopulmonalen chirurgischen Eingriffen. Die Kompatibilität des Produkts mit anderen Verfahren der extrakorporalen Blutreinigung (Nierenersatztherapie, Herz-Lungen-Maschine) öffnet Perspektiven zu einem überdurchschnittlich hohen Einsatz in der klinischen Praxis und hat bereits breites Interesse in medizinischen Fachkreisen hervorgerufen.

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CytoSorb Registry Video from CytoSorb on Vimeo.

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